Der Badewannen-Fehler, der in 9 von 10 Kleinbädern Geld verschwendet und den Raum optisch halbiert

Das Badezimmer ist längst kein rein funktionaler Raum mehr, sondern ein Ort des Rückzugs. Doch in vielen städtischen Wohnungen wird der Luxus einer geräumigen Badewanne durch wenige Quadratmeter begrenzt. Die Frage, welche Badewanne in kleinen Badezimmern die beste Wahl ist, ist mehr als nur eine Stilfrage: Sie betrifft Raumarchitektur, Ergonomie, Wasserverbrauch und Installationsaufwand.

Die gängigen Optionen – freistehende Wannen, Eckbadewannen und japanische Soaking Tubs (Ofuro) – unterscheiden sich deutlich in Bauweise, Materialeinsatz und Nutzungserlebnis. Ihre Wahl beeinflusst nicht nur die tägliche Routine, sondern auch die langfristige Wertentwicklung einer Immobilie. Während die einen Lösungen auf maximale Raumausnutzung setzen, konzentrieren sich andere auf das Badeerlebnis selbst oder auf die visuelle Wirkung im Raum.

Wer sich mit der Planung eines kleinen Badezimmers auseinandersetzt, steht vor einem komplexen Entscheidungsprozess. Die verfügbare Grundfläche ist begrenzt, die Ansprüche an Komfort bleiben jedoch bestehen. Gleichzeitig spielen technische Rahmenbedingungen eine Rolle, die oft erst bei genauerer Betrachtung sichtbar werden: Wo verlaufen die Wasserleitungen? Wie tragfähig ist der Boden? Welche Materialien harmonieren mit der vorhandenen Bausubstanz? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich ein angenehmes Badeerlebnis schaffen, ohne dass der Raum überladen wirkt oder die Betriebskosten explodieren?

Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten. Jede Badewannenform folgt einer eigenen Logik, die sich aus ihrer Bauweise, ihrer historischen Entwicklung und ihrer Nutzungsphilosophie ergibt. Während westliche Badewannen traditionell auf das liegende Baden ausgelegt sind, basiert die japanische Badekultur auf dem sitzenden Eintauchen in heißes Wasser – ein grundlegend anderer Ansatz, der sich auch in der Konstruktion niederschlägt.

Wie Bauform und Raumgeometrie über den Badewannentyp entscheiden

Der erste entscheidende Faktor ist die Geometrie des Badezimmers. Kleine Räume verlangen nach klarer Planung, in der jeder Quadratzentimeter zählt. Eine freistehende Badewanne benötigt rundum Bewegungsfreiheit – laut Herstellerempfehlungen mindestens 55 Zentimeter Abstand zur Wand auf allen Seiten, damit Wasser und Feuchtigkeit keine Schäden verursachen und die Wanne zugänglich bleibt. Damit beansprucht sie schnell mehr Fläche, als in einem Standardbad zur Verfügung steht.

Eckbadewannen hingegen nutzen eine architektonische Schwachstelle zu ihrem Vorteil: die Ecke. Durch ihre trianguläre oder abgerundete Form bleibt das Raumgefühl offen, während der nutzbare Bereich maximiert wird. Doch diese Kompaktheit erkauft man sich oft mit einem geringeren Liegekomfort – der schräge Neigungswinkel der Rückenlehne ist anatomisch weniger ideal. Praktisch bedeutet dies, dass man in einer Eckwanne zwar ausreichend Platz zum Baden hat, die Liegeposition aber weniger ergonomisch sein kann als bei einer speziell geformten freistehenden Wanne.

Die japanische Soaking Tub, auch Ofuro genannt, geht einen völlig anderen Weg: Sie ist tief, aber kurz, konzipiert zum Sitzen statt Liegen. Ihr Platzbedarf am Boden ist deutlich kleiner, doch sie erfordert eine höhere Wandhöhe und manchmal einen verstärkten Boden, weil die Wassersäule wesentlich schwerer ist. Architektonisch funktioniert sie damit vor allem dort, wo die Raumhöhe großzügig, aber die Grundfläche begrenzt ist – ein typischer Fall in modernen Stadtbauten.

Die Entscheidung für eine bestimmte Wannenform beginnt also mit einer nüchternen Bestandsaufnahme: Wie sind die Proportionen des Raumes? Wo befinden sich Türen und Fenster? Gibt es bauliche Besonderheiten wie Dachschrägen oder Vorsprünge? All diese Faktoren beeinflussen, welcher Wannentyp überhaupt realisierbar ist. Ein schmaler, langgezogener Raum verlangt nach anderen Lösungen als ein annähernd quadratischer Grundriss.

Platzbedarf im Vergleich: Zahlen, die den Unterschied machen

Der optische Eindruck täuscht oft. Die tatsächliche Flächenbeanspruchung ergibt sich aus Volumen, Umgebungsfreiheit und Wartungszugang. Hier zeigen sich in der Praxis deutliche Unterschiede zwischen den Wannentypen.

Freistehende Wannen weisen durchschnittlich 170 bis 180 Zentimeter Länge und 75 bis 85 Zentimeter Breite auf, mit einem effektiven Raumbedarf von etwa 2,5 bis 3,2 Quadratmetern inklusive der erforderlichen Bewegungsfreiheit. Diese Angaben basieren auf gängigen Standardmaßen, wie sie von führenden Sanitärherstellern angeboten werden. Der tatsächliche Platzbedarf liegt damit deutlich über der reinen Wannenfläche, da der Zugang von allen Seiten gewährleistet sein muss.

Eckbadewannen messen meist 140 bis 150 Zentimeter Schenkellänge und beanspruchen real etwa 1,6 bis 2,0 Quadratmeter. Ihre diagonale Nutzung erlaubt erstaunlich viel Innenvolumen, obwohl die Grundfläche kompakter ausfällt. Moderne Eckwannen bieten trotz ihrer kompakten Außenmaße oft ein großzügiges Badevolumen, das dem einer Standard-Rechteckwanne nahekommt.

Japanische Soaking Tubs sind besonders kompakt mit nur 100 bis 120 Zentimetern Durchmesser und einer Tiefe von 65 bis 70 Zentimetern. Sie benötigen selten mehr als 1,4 Quadratmeter Grundfläche – vorausgesetzt, die Höhe des Raumes erlaubt das komfortable Ein- und Aussteigen. Diese vertikale Bauweise macht sie zu einer interessanten Option für Räume, in denen horizontaler Platz Mangelware ist.

Entscheidend ist nicht allein die Grundfläche, sondern der freie Bewegungsraum um die Wanne. Mindestens 60 Zentimeter Frontabstand werden von Sanitärfachleuten empfohlen, um ein komfortables Betreten und Verlassen zu ermöglichen. In winzigen Badezimmern kann dieser Abstand den Ausschlag geben: Eine scheinbar kleine Wanne kann den Raum überladen, wenn keine leicht zugängliche Fläche mehr bleibt.

Die Raumplanung muss daher nicht nur die Wanne selbst, sondern auch die Nutzungswege berücksichtigen. Wo werden Handtücher abgelegt? Gibt es ausreichend Platz, um sich nach dem Baden abzutrocknen? Können Reinigungsarbeiten problemlos durchgeführt werden? Diese praktischen Fragen entscheiden letztlich über die Alltagstauglichkeit einer Badezimmerlösung.

Ergonomie, Komfort und Nutzungserlebnis: drei Philosophien des Badens

Jeder Wannenstil folgt einer anderen Vorstellung von Entspannung. Das hat Folgen für Körperhaltung, Wasserverbrauch und Temperaturverteilung. Die Art und Weise, wie eine Wanne konzipiert ist, prägt das gesamte Badeerlebnis und entscheidet darüber, ob das Baden zur täglichen Routine oder zum bewussten Ritual wird.

Freistehende Wannen sind meist ergonomisch geformt – ideal zum vollständigen Liegen. Der Komfort ist hoch, doch sie kühlen schneller aus, da die Umgebungswände keine Wärme speichern. Materialien wie Acryl mit Isolierschicht oder Mineralguss kompensieren diesen Nachteil teilweise. Die freistehende Bauweise erlaubt es, den Körper in einer natürlichen, entspannten Haltung auszustrecken, was besonders bei längeren Bädern geschätzt wird.

Eckbadewannen punkten mit Rückenstütze und Armauflagen, eignen sich aber weniger zum vollständigen Untertauchen. Ihr echter Vorteil liegt im gemeinsamen Baden: Modelle mit breiterem Zentrum oder sitzähnlicher Einbuchtung bieten genug Platz für zwei Personen, was bei Kompaktwannen selten ist. Die asymmetrische Form vieler Eckwannen erlaubt es zudem, unterschiedliche Sitz- und Liegepositionen einzunehmen, was die Nutzungsvielfalt erhöht.

Die Soaking Tub steht für eine ganz andere Badekultur. Der tief vertikale Sitz bringt die Schultern vollständig unter Wasser, was eine gleichmäßigere Wärmeverteilung ermöglicht und den Kreislauf entlastet. Da das Volumen kleiner, aber die Wasserhöhe größer ist, bleibt die Temperatur länger konstant. Die Baderoutine ist eher meditativ als liegend – ein Ritual statt eines Wannenbads im westlichen Sinn.

Diese unterschiedlichen Nutzungsphilosophien spiegeln auch kulturelle Unterschiede wider. Während in Europa und Nordamerika das Baden traditionell mit Reinigung und anschließender Entspannung verbunden wird, dient das japanische Bad primär der Entspannung nach vorheriger Dusche. Das Wasser wird deutlich heißer gewählt, und die aufrechte Sitzposition ermöglicht eine intensivere Durchwärmung des gesamten Körpers.

Wasserverbrauch: Physik trifft Ökologie

Je weniger Raum, desto mehr muss jede Nutzung gerechtfertigt sein – auch ökologisch. Der Vergleich zeigt interessante Unterschiede, die nicht nur aus Umweltsicht, sondern auch unter Kostengesichtspunkten relevant sind.

Eine freistehende Standardwanne fasst etwa 180 bis 200 Liter – das entspricht fast dem Fünffachen eines Duschvorgangs bei achtminütiger Dauer. Dabei muss berücksichtigt werden, dass nicht jedes Vollbad die Wanne bis zum Rand füllt, dennoch bleibt der Wasserverbrauch deutlich über dem einer durchschnittlichen Dusche.

Eine Eckwanne bewegt sich mit 130 bis 150 Litern im mittleren Bereich. Das tatsächliche Füllvolumen hängt stark von der Körperverdrängung und der gewünschten Wassertiefe ab. In der Praxis bedeutet dies, dass eine Person mit größerem Körpervolumen weniger Wasser zum Befüllen benötigt, da der Körper selbst Volumen verdrängt.

Die Soaking Tub liegt trotz ihrer Tiefe meist unter 120 Litern, da der Sitz das Innenvolumen reduziert. Diese kompakte Wassermenge ist ein wesentlicher Vorteil in Zeiten steigender Energie- und Wasserkosten. Die reduzierte Wassermenge bedeutet auch eine kürzere Aufheizzeit und damit geringere Energieverluste während des Füllvorgangs.

Der Energieaspekt ist hier zentral. Weniger Wasser bedeutet einen geringeren Warmwasserbedarf, was spürbare Unterschiede in der Betriebskostenrechnung und in der ökologischen Bilanz verursacht. In dicht bebauten urbanen Gebieten, wo Warmwassererzeugung oft dezentral erfolgt, kann eine verkleinerte Wanne langfristig auch den CO₂-Fußabdruck eines Haushalts senken.

Darüber hinaus spielt die Häufigkeit der Nutzung eine entscheidende Rolle. Eine Wanne, die täglich genutzt wird, summiert ihren Wasserverbrauch schnell zu beträchtlichen Mengen. Wer mehrmals wöchentlich badet, sollte daher besonders auf das Fassungsvermögen achten. Hier können kompakte Lösungen wie die Soaking Tub oder kleinere Eckwannen einen deutlichen Unterschied machen.

Installationskosten und technische Voraussetzungen

Während die Form frei wählbar scheint, setzen Anschlusslage, Tragfähigkeit und Materialwahl klare Grenzen. Die technische Realisierbarkeit ist ein Aspekt, der in der Planungsphase häufig unterschätzt wird, aber erhebliche Auswirkungen auf Budget und Zeitplan haben kann.

Freistehende Wannen erfordern ein zentrales Ablauf- und Zulaufsystem im Boden. Das bedeutet häufig einen Eingriff in Estrich und Abdichtungsschichten. Die Installationskosten liegen im Schnitt 20 bis 30 Prozent über denen einer eingebauten Variante. Hinzu kommt, dass in Bestandsbauten oft nachträglich Leitungen verlegt werden müssen, was zusätzliche Kosten und Bauzeit verursacht.

Eckbadewannen profitieren von der Nähe zu bestehenden Leitungen – die Installation ist unkompliziert, der Zugang zu Siphon und Armatur besser. Sie punkten in Mietwohnungen, wo Bausubstanzänderungen ausgeschlossen sind. Die Wandnähe erlaubt es zudem, vorhandene Anschlüsse zu nutzen und minimiert den Aufwand für neue Installationen erheblich.

Japanische Soaking Tubs brauchen in vielen Fällen einen verstärkten Untergrund, da das Gewicht einer vollständig gefüllten Wanne über 300 Kilogramm erreichen kann. Modelle mit integrierter Holzverkleidung erfordern eine sorgfältige Abdichtung gegen Feuchtigkeit – ein Punkt, den viele Käufer unterschätzen. Die statische Belastbarkeit des Bodens muss vor der Installation geprüft werden, besonders in Altbauten mit Holzbalkendecken.

Auch der Materialtyp wirkt sich auf Kosten und Wartung aus. Acryl ist leicht, preiswert und reparaturfreundlich, reagiert jedoch empfindlich auf Kratzer. Emaille-Stahl ist robuster, speichert Wärme aber schlechter. Mineralguss und Holz bieten haptischen Luxus, sind aber pflegeintensiv und teurer in der Installation. Die Materialwahl sollte daher nicht nur nach ästhetischen, sondern auch nach praktischen Gesichtspunkten erfolgen.

Armaturen und Zubehör im kleinen Badezimmer

Ein weiterer technischer Aspekt ist die Armaturenwahl. Freistehende Wannen benötigen oft spezielle freistehende Armaturen oder Wandarmaturen mit entsprechender Reichweite. Eckwannen können mit Standardarmaturen ausgestattet werden, was die Auswahl und damit auch die Kostenkontrolle erleichtert. Soaking Tubs erfordern aufgrund ihrer Tiefe manchmal Armaturen mit verlängertem Auslauf.

Materialien, die Raumeindruck und Akustik prägen

Interessanterweise beeinflusst nicht nur die Größe, sondern auch das Material den räumlichen Charakter kleiner Bäder. Weiße Acryl- oder Emailleflächen reflektieren Licht und vergrößern den visuellen Raum. Matte Oberflächen aus Kunststein oder Holz beruhigen dagegen das Auge, können aber Schatten absorbieren – was bei unzureichender Beleuchtung den Raum kleiner wirken lässt.

Ein oft übersehener Punkt ist die Akustik: Mineralguss und Holz dämpfen Geräusche des einströmenden Wassers erheblich, während Stahlwannen klangresonant sind. In kleinen Räumen, in denen Schallwellen stärker reflektieren, bedeutet das einen realen Komfortunterschied. Das Plätschern des einlaufenden Wassers kann in einer Stahlwanne deutlich lauter wirken als in einer Acryl- oder Mineralguswanne.

Die Haptik des Materials spielt ebenfalls eine Rolle für das Badeerlebnis. Während Acryl sich schnell an die Umgebungstemperatur anpasst und als angenehm warm empfunden wird, fühlt sich Emaille zunächst kühl an, speichert dann aber die Wärme länger. Holz bietet eine einzigartig natürliche Haptik, erfordert aber regelmäßige Pflege mit speziellen Ölen oder Wachsen, um seine Eigenschaften zu erhalten.

Die Oberflächenbeschaffenheit beeinflusst auch die Reinigung. Glatte, porenfreie Oberflächen wie Acryl oder Emaille lassen sich leicht reinigen und bieten Kalk und Schmutz weniger Angriffsfläche. Strukturierte Oberflächen oder Naturmaterialien können attraktiv aussehen, erfordern aber intensivere Pflege und spezielle Reinigungsmittel.

Psychologische Wirkung und Designstrategie für kleine Räume

Die Entscheidung für eine Badewannenform ist nie rein technisch. Kleine Badezimmer sind visuelle Gleichgewichte zwischen Dichte und Weite. Eine freistehende Wanne kann dort ein Kunstobjekt werden, wenn sie gezielt als Zentrum wirkt und die restliche Einrichtung minimalistisch bleibt. Sie zieht den Blick auf sich und definiert den Charakter des gesamten Raumes.

Eckbadewannen folgen dagegen dem Prinzip der Integration: Sie verschwinden optisch, schaffen Raum für Stauraum oder Regale und wirken funktionaler. Ihre zurückhaltende Präsenz erlaubt es, andere Elemente des Badezimmers in den Vordergrund zu rücken – etwa eine besondere Fliesengestaltung oder hochwertige Armaturen.

Die Soaking Tub steht für bewusste Reduktion – im japanischen Designkontext Ausdruck von Ruhe und Konzentration. In westlichen Wohnungen kann sie besonders in Kombination mit Holz oder Natursteinflächen einen authentischen Spa-Effekt erzeugen, ohne den Raum zu überladen. Ihre kompakte Präsenz wirkt oft beruhigend und schafft eine klare räumliche Ordnung.

Die Farbgebung spielt in kleinen Räumen eine zentrale Rolle. Helle, neutrale Töne lassen den Raum größer wirken, während dunkle Farben zwar edel aussehen, aber den Raum optisch verkleinern können. Eine weiße oder cremefarbene Wanne fügt sich harmonisch in fast jedes Farbkonzept ein, während farbige oder schwarze Wannen starke gestalterische Akzente setzen.

Feuchteschutz, Belüftung und Wartung auf engstem Raum

Enge Bäder bringen technische Herausforderungen, die über reine Ästhetik hinausgehen. Feuchtigkeitsmanagement ist entscheidend, um Schimmelbildung und Materialschäden zu verhindern. Jede Wanne, ob freistehend oder eingebaut, muss korrekt abgedichtet sein: Wandanschlussprofile, Silikonfugen und diffusionsoffene Farben bilden ein System.

Besonderes Augenmerk verdienen Bauteile aus Holz – insbesondere bei Soaking Tubs. Sie müssen regelmäßig gewachst oder geölt werden, um Feuchtigkeit zu regulieren. Das klingt pflegeintensiv, verlängert jedoch die Lebensdauer und erhält die antibakteriellen Eigenschaften einiger Hölzer wie Zeder oder Hinoki. Ohne regelmäßige Pflege kann Holz aufquellen, Risse bilden oder von Schimmel befallen werden.

Eine häufig vernachlässigte Komponente ist die Luftzirkulation: In kleinen Räumen genügt kein einfaches Lüften nach dem Baden. Eine elektrische Entlüftung mit Feuchtigkeitssensor verhindert, dass warme, feuchte Luft zwischen Wand und Badewanne kondensiert – ein stiller, aber effektiver Schutzfaktor gegen langfristige Bauschäden. Moderne Lüftungssysteme arbeiten automatisch und passen ihre Leistung dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft an.

Die Abdichtung ist besonders bei freistehenden Wannen kritisch, da Spritzwasser in alle Richtungen gelangen kann. Bodenabdichtungen müssen fachgerecht ausgeführt werden, um Wasserschäden in darunterliegenden Räumen zu vermeiden. Bei Eckwannen ist die Abdichtung der Wandanschlüsse entscheidend, während bei Soaking Tubs aufgrund der größeren Wassertiefe mit stärkerer Spritzwasserbildung gerechnet werden muss.

Ökonomische Perspektive: Preisrahmen und Investitionsrendite

Ein nüchterner Blick auf Kosten und Wertentwicklung zeigt, dass Designentscheidungen messbare Folgen haben. Die Investition in eine Badewanne sollte nicht nur nach dem Anschaffungspreis, sondern nach den Gesamtkosten über die Nutzungsdauer bewertet werden.

Eckbadewannen liegen mit Anschaffungskosten zwischen 400 und 1.000 Euro im unteren bis mittleren Bereich. Ihre Installation ist günstig und wartungsarm – der Gesamtaufwand bleibt meist unter 1.300 Euro. Diese Kosteneffizienz macht sie zur bevorzugten Wahl in Mietwohnungen oder bei budgetbewusster Planung.

Freistehende Wannen aus Acryl starten bei 800 Euro, Mineralgussmodelle überschreiten oft die 2.000-Euro-Marke. Der Einbau kann, abhängig von Bodenarbeiten, weitere 500 bis 1.000 Euro kosten. Hochwertige Designerwannen aus Naturstein oder Kupfer können deutlich teurer werden und erreichen nicht selten Preise im fünfstelligen Bereich.

Soaking Tubs, insbesondere aus Holz oder Guss, bewegen sich zwischen 1.200 und 3.000 Euro. Ihre Exklusivität kann den Marktwert einer Wohnung steigern, insbesondere in Objekten mit hochwertigem Designstandard. In gehobenen Immobiliensegmenten wird eine authentische japanische Badewanne als Alleinstellungsmerkmal wahrgenommen und kann die Attraktivität der Immobilie erhöhen.

Langfristig zahlt sich eine monolithische, pflegeleichte Lösung aus – Reparaturen sind bei schwer zugänglichen Systemen teuer. Der Wartungsfaktor wird daher bei kleinen Badezimmern oft unterschätzt: Kurze Servicewege und einfache Zugänge erhöhen die Lebensdauer aller Komponenten. Eine Wanne, deren Armaturen und Ablaufsysteme leicht erreichbar sind, verursacht über die Jahre deutlich geringere Instandhaltungskosten.

Auch die Energiekosten müssen in die Berechnung einbezogen werden. Eine Wanne, die 50 Liter weniger fasst, spart bei regelmäßiger Nutzung spürbare Beträge bei der Energierechnung. Bei einem durchschnittlichen Energiepreis und mehrmaligem wöchentlichem Baden können sich über ein Jahr hinweg dreistellige Einsparungen ergeben.

Wie man Prioritäten richtig setzt

Die Entscheidung sollte nicht primär über Stil oder Mode getroffen werden. Für kleine Badezimmer zählt, ob der gewählte Wannentyp Raum, Wartung, Komfort und Budget gleichzeitig respektiert. Ein rationales Auswahlmodell orientiert sich an vier Kriterien:

  • Raumverhältnis: Das Verhältnis von benötigter Fläche zu verfügbarer Fläche – kleineren Wannen gehört der Vorrang, wenn Bewegungsfreiheit Priorität hat
  • Komfortniveau: Wie lange und wie oft die Wanne genutzt wird – für tägliches Baden ist Ergonomie wichtiger als Designwirkung
  • Installationsrestriktionen: Vorhandene Leitungen, Abläufe und Bodenstruktur – sie entscheiden, ob eine freistehende Wanne praktikabel ist
  • Lebensdauer und Wartungsaufwand: Pflegeleichtes Material spart Zeit und Kosten über Jahre hinweg

Wann welche Badewanne wirklich Sinn ergibt

In Altbauwohnungen mit asymmetrischen Grundrissen nutzt eine Eckwanne den Raum rational, ohne teure Umplanungen. Ihre Anpassungsfähigkeit an vorhandene Strukturen macht sie zur pragmatischen Lösung, wenn bauliche Veränderungen minimiert werden sollen. Sie funktioniert besonders gut in Badezimmern mit unregelmäßigen Grundrissen oder schwierigen Ecken, die sonst schwer nutzbar wären.

Freistehende Modelle entfalten ihre Wirkung dort, wo das Bad ein gestalterisches Statement abgeben soll – etwa im offenen Ensuite-Bereich eines Schlafzimmers. Sie funktionieren am besten in Räumen mit mindestens acht bis zehn Quadratmetern Grundfläche, wo sie als Blickfang inszeniert werden können, ohne den Raum zu dominieren.

Die Soaking Tub ist die ideale Lösung für bewusste Reduktion: Sie bietet ein intensives Badeerlebnis auf kleinstem Raum und eignet sich hervorragend für Personen, die das rituelle, meditative Baden schätzen. Ihre vertikale Bauweise macht sie zur ersten Wahl in schmalen Bädern mit hohen Decken, wo horizontaler Platz begrenzt, aber vertikale Großzügigkeit vorhanden ist.

Die richtige Wahl ist keine Frage des Trends, sondern der ehrlichen Analyse von Raum, Nutzung und Anspruch. Wer diese drei Faktoren zusammenbringt, findet auch im kleinsten Badezimmer eine Lösung, die Komfort und Ästhetik vereint – ohne Kompromisse bei Funktion oder Wirtschaftlichkeit.

Welche Badewanne würdest du in deinem kleinen Bad wählen?
Freistehende Wanne als Statement
Eckbadewanne zum Platzsparen
Japanische Soaking Tub zum Sitzen
Lieber nur eine Dusche
Kommt auf die Raumhöhe an

Schreibe einen Kommentar